Willkommen beim AIV!

Als regionaler Verband für Architekten und Ingenieure verschiedener Fachrichtungen ist der Architekten- und Ingenieurverein Mark Sauerland seit 100 Jahren aktiv.

Unsere Mitglieder engagieren sich hier, weil sie von ihrer Verantwortung für die Gestaltung der Umwelt überzeugt sind. Unser Ziel ist es daher, Kompetenzen zu bündeln und mit unseren Ideen die heimische Baukultur zu fördern.

Mehr zum AIV Mark-Sauerland

Termine 2017

Aktuelle Termine auf einen Blick: 
Di., 11.07.. Freihandzeichen in Maste-Barendorf mit Prof. Thulesius
Mi.,13.09.. Fachvortrag "Fachwerkhaussanierung"
Fr., 22.09 DAI-Tag in Münster
2.-3.10. Exkursion Denkmalkunst Hann.-Münden
Mi., 15.11. Vortrag "Wie funktioniert Kommunalpolitik?"
Di., 28.11. Informationsveranstaltung "Caparol"
Mi., 12.12.. Weihnachtsfeier
   
 

Der blaue Tisch

Die Veranstaltungsreihe “Blauer Tisch” wird im Jahr 2017 fortgesetzt.

Die Veranstaltungsorte und Anfangszeiten werden rechtzeitig durch gesonderte Einladung mitgeteilt.

Weitere Informationen und Pressestimmen

Exkursion nach Münster

Wiederaufbau und Entwicklung der Innenstadt von Münster im Kontext zur regionalen Baukultur

Schwerpunkt der von unserem Mitglied Dipl.-Ing. Johann Dieckmann akribisch vorbereiteten städtebaulichen Exkursion nach Münster am 17.07.2013 war die Entstehung und Realisierung wichtiger Projekte zur Entwicklung der Innenstadt.

Der Wiederaufbau der Stadt Münster nach dem 2. Weltkrieg ist das Beispiel für ein Wiederaufbaukonzept im Kontext zur regionalen Baukultur. Ziel war es damals, „die Altstadt Münsters mit Ehrfurcht und gesundem Gefühl entsprechend unserer heutigen Lebensweise abzuwandeln“ (Zitat: Stadtbaurat Bartmann 1945). Trotz der totalen Zerstörung der Altstadt wurde der Stadtgrundriss mit geringen Veränderungen beim Wiederaufbau respektiert, im Gegensatz zu den Wiederaufbauplänen in anderen Städten nach dem Krieg wie z.B. in Hannover oder Worms.

Durch eine besondere Organisation in der Bauverwaltung – zuständig für alle Bauvorhaben in der Altstadt war ein Baupflegeamt – wurde eine aus der regionalen Bautradition entwickelte Gestaltqualität (die Verwendung von regionalen Baumaterialien, die erforderliche Detailausbildung z.B. der Fenster und die Proportionen der Öffnungen) durch Beratung der Bauherren umgesetzt.

Diese Anforderungen, die sich aus der regionalen Baukultur ableiten lassen, bestimmen auch heute noch die Diskussion und die Entwicklung von Projekten in der Innenstadt von Münster.

Entscheidend für die Entwicklung der Innenstadt seit 2000 und die danach entstandenen Projekte war die juristische Auseinandersetzung um die Genehmigung des Preußen-Parks, einem Einkaufszentrum vor den Toren der Stadt. Zum Glück wurde der Bebauungsplan vom Oberverwaltungsgericht aufgehoben und das Investitionshemmnis für die Projekte in der Innenstadt beendet, wie durch den informativen Vortrag von Herrn Schowe, dem Planungsamtsleiter der Stadt Münster, nachgewiesen wurde. Ohne diese Entscheidung wären die Münster-Arkaden auf dem Grundstück der Sparkasse und die Bebauung des Stubbengassenparkplatzes nicht entstanden. Durch die Erläuterungen von Herrn Schowe konnten die Rahmenbedingungen für die bauliche Entwicklung der Innenstadt von den Teilnehmern der Exkursion sehr gut nachvollzogen werden.

Besonderer Punkt war die Besichtigung des Hafens der Stadt Münster am Dortmund-Ems-Kanal. Dieses Quartier hat sich in den letzten Jahren zum Dienstleistungs- und Kreativquartier entwickelt. Die historische Entwicklung und die planungsrechtlichen Schwierigkeiten durch das gegenüberliegende Kraftwerk der Stadtwerke Münster wurden von Herrn Steingrube, der die Entwicklung als Ratsmitglied  begleitet hatte, anschaulich erläutert.

Mit den Investitionen im Bereich der Halle Münsterland, durch den Bau des Multiplexkinos und den Neubau des technischen Rathauses in Verbindung mit den Investitionen im Hafen ist die Aufwertung eines gesamten Stadtquartiers gelungen.

Zum Abschluss der Exkursion wurde der sanierte und wiedereröffnete Dom besichtigt. Die Erläuterung der Sanierungsarbeiten erfolgte durch Frau Göddecker, die verantwortliche Architektin des für die Sanierungsplanungen beauftragten Büros. Der denkmalgerechte Umgang mit der Bausubstanz und die damit verbundenen Entscheidungsprozesse und Ausführungsprobleme wurden praxisnah und lebendig vermittelt.

Die Exkursion wurde mit der abschließenden Überprüfung der regionalen Kneipenkultur im Brauhaus Pinkus gemeinsam beendet.

Dipl.-Ing. Georg Thomys

2. Vorsitzender AIV Mark-Sauerland

 

Fotos der Veranstaltung finden Sie hier.

 

Das Resümee als PDF.

Schirmherrschaft für die Aufstellung der Bronzeskulptur von Hermann Bettermann

Anlässlich des 20. Todestages des bedeutenden Hagener Künstlers und Mitglied des Hagenrings Hermann Bettermann wurde in der Grünanlage gegenüber des Landgerichtes ihm zu Ehren eine Bronzeskulptur aufgestellt, die von Uwe Will gestaltet wurde. Gestiftet wurde sie von seiner Enkelin Sylvia Bettermann.

Der Künstler Hermann Bettermann wurde 1908 in Hagen geboren. Durch einen Unfall in Kindheitstagen taub geworden, entwickelte er Gespür und Wahrnehmungsfähigkeit auf anderen Gebieten und kam so schon früh zur Kunst. Nachdem er in München, Paris und Düsseldorf an verschiedenen Kunstakademien studierte hatte, kam er zurück nach Hagen und eröffnete sein Atelier als freischaffender Maler in der Bettermann-Brauerei, die der Familie gehörte. Schwerpunkte seiner Arbeit waren neben der Malerei auch Grafiken und Collagen, doch finden sich in seinem Werk auch Ton-Skulpturen, Glasfenster und Beiträge zur Innenarchitektur. Sein Credo: „Die Lehrmeisterin aller Kunst und des Gestaltens ist die Natur.“ Unermüdlich arbeitete er bis zu seinem Tod im Alter von 85 Jahren. Er starb am 02.04.1993 in Hagen, dies war auch der letzte Tag seiner letzten Ausstellung im Hagenring.

Der AIV Mark-Sauerland ist daher sehr stolz darauf, die Schirmherrschaft für die Aufstellung der Bronzeskulptur von Hermann Bettermann übernehmen zu dürfen. Die Aufstellung der Statue steht dabei auch im Zusammenhang mit der Gedächtnisausstellung mit Werken Hermann Bettermanns in der Hagenring-Galerie.

Am Freitag 05.07.2013 fanden sich aus diesem Grund daher etwa 80 Bürger, Kunstinteressierte und Vertreter aus Politik und Verwaltung am Landgericht ein, um die feierliche Enthüllung der Bronzestatue von Hermann Bettermann zu begleiten.

Nachdem Bezirksbürgermeister Jürgen Glaeser die Veranstaltung mit einem Grußwort feierlich eröffnete, brachte der stellv. Bezirksbürgermeister Jürgen Thormählen der Zuhörerschaft die Verdienste und das Wirken des Hagener Künstlers Hermann Bettermann in Erinnerung und stellte den Beitrag von Uwe Will in Zusammenhang mit dem wichtigen Thema „Kunst im öffentlichen Raum“. Vertreten durch seinen 2. Vorsitzenden Georg Thomys wurde auch dem AIV Mark-Sauerland in seiner Schirmherrenfunktion die große Ehre zuteil, ein Grußwort an die Anwesenden richten zu dürfen.

Der Aufstellungsort der Statue ist dabei sorgfältig ausgewählt worden, denn die letzte Wirkungsstätte des Künstlers befand sich in unmittelbarer Nähe an der Bülowstraße, die Skulptur befindet sich nun sozusagen „vor seinem Fenster“. Die Aufstellung bedeutet eine deutliche städtebauliche Aufwertung des kleinen Parks, der nun um einen hochwertigen Blickfang bereichert wurde.

Die Ausstellungseröffnung in der Hagenring-Galerie (Wippermann-Passage) fand dann am darauf folgenden Sonntag 07.07.2013 statt. Hierbei darf insbesondere auf den exakt recherchierten Vortrag des Heimatbund-Vorsitzenden Michael Eckhoff verwiesen werden, der das Leben und Wirken von Hermann Bettermann äußerst detailreich ausleuchtete. Sylvia Bettermann dankte allen Beteiligten, welche die Aufstellung der Skulptur und die Gedächtnisausstellung ermöglicht haben. Karl-Josef Steden vom Hagenring führte durch die Veranstaltung.

Warum diese Schirmherrschaft durch den AIV Mark-Sauerland ?

Der AIV Mark-Sauerland setzt sich aktiv für Gestaltung und Stadtbildpflege ein. Die Verbindung von Architektur und Kunst ist dem AIV dabei ein ganz besonderes Anliegen, da es gelebtes interdisziplinäres Denken und Handeln voraussetzt. Architektur kann dann Kunst (also Baukunst) sein, wenn ein hoher Anspruch an die Qualität gestellt wird. Für hohen, ja höchsten künstlerischen Anspruch steht auch Hermann Bettermann. Die dem AIV wichtigen Themen Stadtraum und Nachhaltigkeit finden sich dagegen in der Skulptur von Uwe Will wieder, denn Kunst im öffentlichen Raum kann nicht nur an einen Ort, eine Person oder ein Geschehen erinnern, sondern (er-) schafft auch einen Ort und stiftet somit nachhaltig eine Identität – ein Zeichen setzen für die Kunst im öffentlichen Raum als Spiegelbild der Gesellschaft. Weitere Gemeinsamkeiten zwischen Hermann Bettermann, Uwe Will und dem AIV Mark-Sauerland sind daher die Verbundenheit mit der Region und die Verantwortung für den Ort.

Fotos der Veranstaltung finden Sie hier.

Der Vortrag von Dipl.-Ing. Georg Thomys als PDF.

Das Resümee als PDF.

Besichtigung der Baustelle Talbrücke Nuttlar

Am 04.06.2013 führte es den AIV Mark-Sauerland bei sommerlichem Wetter ins wunderschöne Sauerland. Mit dem Bus ging es zur Baustellenbesichtigung der Talbrücke Nuttlar. Organisiert wurde die Tour von unseren Mitgliedern Wolfgang Plato und Walter Schulte-Trux.

Richard Mede von Straßen NRW und sein Team nahmen sich bei unserem Besuch sehr viel Zeit, um uns die Planung und die technische Umsetzung des beeindruckenden Bauwerkes am Plan und in der Realität detailliert zu erläutern.

Nach nunmehr fast 4 Jahren Bauzeit präsentierte sich den Mitgliedern des AIV ein wahrhaft gewaltiger Anblick auf das schon weit gediehene Bauwerk. Bereits am 04.09.2009 war der erste Spatenstich für den Weiterbau der A46 zwischen Bestwig und Bestwig-Nuttlar. Für das 5,6 km lange neue Autobahnstück und die 2,7 km langen  ubringerstrecken rechnen die Straßenbauexperten mit Kosten von 137 Millionen Euro bei einer Bauzeit von insgesamt 7 Jahren.

Die hohen Kosten der Gesamtbaumaßnahme kommen vor allem durch den notwendigen Bau von insgesamt 13 Brücken zustande, denn über 2,5 km des neuen Autobahnabschnitts werden auf Brückenbauwerken verlaufen. Die Talbrücke Nuttlar als größtes Einzelbauwerk der Autobahnerweiterung überspannt mit einer Gesamtlänge von 660 m das Tal des Schlebornbaches. Nach ihrer Fertigstellung wird sie mit einer Höhe von maximal 115 m über dem Tal die höchste Talbrücke Nordrhein-Westfalens sein. Eine Weiterführung der A46 von hier aus Richtung Osten bleibt als Option technisch erhalten, ist aber zur Zeit nicht geplant. Hinter Nuttlar ist dann also der (vorläufige) Endpunkt der A46.

Eine Besonderheit des Talbrücke Nuttlar ist ihre Bauausführung. Hierzu ein Zitat aus dem Projektbericht vom 13. Symposium Brückenbau, der bereits unserer Exkursions-Einladung beilag:

„Die Stahlverbundbrücke mit einteiligem Querschnitt wird derzeit unter Anwendung des Taktschiebeverfahrens ohne Hilfsstützen und ohne Hilfspylon über eine maximale Stützweite von 115 m mit nachlaufender abschnittsweiser Betonage der Fahrbahnplatte errichtet.“

Von der Effizienz dieser ungewöhnlichen Bauweise konnten wir uns vor Ort überzeugen. Für den Bau der Brücke wurde darüber hinaus ein eigenständiges System an Baustraßen durch den Wald gelegt, das nach Abschluss der Baumaßnahme wieder weitgehend zurückgebaut werden soll. Dadurch kann gewährleistet werden, dass der Baustellenverkehr die angrenzenden Ortschaften nicht über Gebühr beeinträchtigt, denn insbesondere die Anlieferung der vormontierten großformatigen Stahlbauteile stellt eine große logistische Herausforderung dar.

 

Fotos der Veranstaltung finden Sie hier.

Das Resümee als PDF.

Geschäftsstelle AIV-MS

Frau Anna Kramps
B.Sc. Architektur
Vorhaller Straße 42
58089 Hagen
Tel.: 02331-7397902

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