Willkommen beim AIV!

Als regionaler Verband für Architekten und Ingenieure verschiedener Fachrichtungen ist der Architekten- und Ingenieurverein Mark Sauerland seit 100 Jahren aktiv.

Unsere Mitglieder engagieren sich hier, weil sie von ihrer Verantwortung für die Gestaltung der Umwelt überzeugt sind. Unser Ziel ist es daher, Kompetenzen zu bündeln und mit unseren Ideen die heimische Baukultur zu fördern.

Mehr zum AIV Mark-Sauerland

Termine 2017

Aktuelle Termine auf einen Blick: 
Di., 11.07.. Freihandzeichen in Maste-Barendorf mit Prof. Thulesius
Mi.,13.09.. Fachvortrag "Fachwerkhaussanierung"
Fr., 22.09 DAI-Tag in Münster
2.-3.10. Exkursion Denkmalkunst Hann.-Münden
Mi., 15.11. Vortrag "Wie funktioniert Kommunalpolitik?"
Di., 28.11. Informationsveranstaltung "Caparol"
Mi., 12.12.. Weihnachtsfeier
   
 

Der blaue Tisch

Die Veranstaltungsreihe “Blauer Tisch” wird im Jahr 2017 fortgesetzt.

Die Veranstaltungsorte und Anfangszeiten werden rechtzeitig durch gesonderte Einladung mitgeteilt.

Weitere Informationen und Pressestimmen

Autobahnen im Wandel der Zeit

100 Jahre Mythos – Landschaft – Panorama

Einen äußerst informativen und gleichzeitig unterhaltsamen Vortragsabend konnte der AIV Mark­Sauerland e.V. am Mittwoch 26.02.2014 im gut gefüllten Casino der Hagener Niederlassung von StraßenNRW verleben. Unser Mitglied Dipl.-­Ing. Horst Bremer referierte in gewohnt pointierter Weise über die mittlerweile 100­jährige Geschichte der Autobahn.

Anhand von Grafiken und Bildern aus den letzten 100 Jahren sowie Kurzfilmen aus den 30er Jahren wurde die Entwicklung unserer Fernstraßen und Autobahnen in Europa als „Lebensadern des Handels“ oder auch als „Machtlinien des Militärs“ gezeigt und erläutert. Dabei kam auch der Vergleich mit ähnlichen Konzepten anderer „Autonationen“ nicht zu kurz. Die „highways“ in den USA und die „autostradas“ in Italien beeinflussten den Autobahnbau – und andersherum.

Nach ersten Überlegungen noch vor dem 1. Weltkrieg 1912/14 zur Berliner AVUS (fertig 1921) und der „Nur­Auto­Straße“ Köln/Bonn (fertig 1932) wurde das Thema „Autobahn“ in Deutschland ab den 30er Jahren durch die Planungen der HAFRABA („Hamburg­Frankfurt­Basel“) virulent. Geplant wurde in Kenntnis der seinerzeit viel zu geringen Verkehrsbelastung – eine Ahnung von der nach 1950 einsetzenden Verkehrs­zunahme gab es noch nicht! Dies führte zur damaligen Ablehnung durch fast alle politischen Parteien und durch die Reichsbahn (weil “Konkurrenz”).

Dennoch startete Hitler nach der Machtergreifung 1933 aus reinem Machtbedürfnis und letztlich auch zur Kriegsvorbereitung die sog. Motorisierungsoffensive mit gigantischem Fernstraßenbau: “ein Volk ohne Raum braucht Reichautobahnen zur Lebensraumverklammerung“. Er stachelte alle nur denkbaren Institutionen an, um das Autofahren interessant erscheinen zu lassen: Argumente waren u.a. Zeitersparnis, Senkung des Energieverbrauchs und weniger Muskelkraft beim Lenken. Verkehrsregeln wurden durch Radio, Litfaßsäulen und Flugblätter „populär“ gemacht. In einem Filmspot von 1937 berichtete der junge J.F. Kennedy nach einem Deutschlandbesuch von den “besten Autobahnen der Welt, die aber einen viel zu geringen Verkehr hätten – und deshalb besser zu den USA passen“.

Der Chef der Münchner Baufirma “Sager+Wörner”, Dr.­-Ing. Fritz Todt (später Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen), brachte Planung und Bau dieser Reichsautobahnen auf Grundlage der HAFRABA-­Studien voran. Planungsziele waren Landschaftsgestaltung und schwingende Linienführung (z.B. durch Gartenarchitekten wie Alwin Seifert), auch für die Ausgestaltung der Brückenbauwerke wurden Fachleute gewonnen (z.B. der Architekt Paul Bonatz).

In diese Zeit fallen auch die Entwicklung und der Bau eines für den „Volksgenossen“ erschwinglichen Massenwagens, dem „KdF-­Wagen“. Als “Käfer” wurde er zuerst in der “New York Times” 1939 erwähnt. Der “Käfer” wurde von Ferdinand Porsche entwickelt, weil keine der großen Automobilfirmen ein Interesse an einem so billigen Auto hatte. Dennoch musste Daimler dieses Auto als 1er Serie (60 Stück VW 38) bauen. Gleichzeitig wurde der Grundstein eines “KdF-­Werkes” bei Fallersleben gelegt, ebenso für die Wohnstadt Wolfsburg. Erst 1954 kam der “Käfer” der Bevölkerung zu Gute: ein kleines, lustiges Auto mit Zügen des Art déco (passend zum Nierentisch) – eine weltumspannende Ikone!

Die Grundlagen des Autobahnbaus wurden auch nach 1945 beibehalten, wenngleich mit Hilfe des mathematisch-­naturwissenschaftlichen “Traffic Engineering” Mängel an Funktionalität und Rationalität (die vorher beibehalten wurden, um Mythen pflegen zu können) beseitigt wurden: falsche Querneigungen, zu starke Steigungen oder fehlende Sicherheitseinrichtungen. Hinzu kamen zur Landschaftspflege nun auch noch hydraulische Untersuchungen, Lärmschutz und Emissionsreduzierung.

Der Verkehr wuchs dann seit den 60er Jahren überraschend schnell; neben kleineren Ausbauten des bestehenden Grundnetzes konnten verkehrstechnische Elemente wie die elektrische Wegweisung oder die teilautomatische Verkehrslenkung und ­Führung den Verkehr einigermaßen im Fluss halten.

Und was bringt uns die Zukunft?

Irgendwann kommt womöglich das ganz allein fahrende, intelligente Auto auf einer hochintelligenten Straße. Alles funktioniert “nachhaltig”, die langfristigen Folgen des Klimawandels werden ohne Substanzverlust bewältigt...

Zum Abschluss der Veranstaltung gebührt ein herzlicher Dank nicht nur dem Referenten Dipl.­Ing. Horst Bremer für seinen Vortrag, sondern auch den Mitarbeitern der StraßenNRW-­Niederlassung „Südwestfalen“ für ihre Gastfreundschaft – allen voran dem Leiter der Niederlassung, Herrn ltd. BDir. Dipl.-­Ing. Ludger Siebert, und Frau Gisela Hückelheim. Ohne sie wäre (im doppelten Sinn) die Infrastruktur des Abends nicht verfügbar gewesen. Unser Mitglied Petra Buchholz hat sich aufopferungsvoll um das schmackhafte Catering gekümmert.                                    Fotos der Veranstaltung finden Sie hier.

 

Das Resümee als PDF.

Geschäftsstelle AIV-MS

Frau Anna Kramps
B.Sc. Architektur
Vorhaller Straße 42
58089 Hagen
Tel.: 02331-7397902

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